Archiv für August, 2010

Brand Bidding: Neue Richtlinien in Deutschland

Unternehmen dĂĽrfen jetzt auch den Markennamen des Konkurrenten als Keyword in der eigenen Adwords-Kampagne einbuchen. Das war bisher nicht möglich, weil es gegen die Richtlinien von Google war. Der Europäische Gerichtshof hat aber nun entschieden, dass es im Einklang mit dem bestehenden Markenrecht ist, wenn Unternehmen auf Suchbegriffe bieten, die den Handelsmarken anderer Unternehmen entsprechen (hier das Urteil). OTTO kann also jetzt auch das Keyword “Neckermann” einbuchen ohne Probleme zu bekommen, das Keyword darf allerdings nicht im Anzeigentext stehen. Stefan Tweraser, Deutschlandchef von Google,  sagt: “Die jetzt angekĂĽndigte Ă„nderung ermöglicht es uns, unsere Richtlinien weltweit zu harmonisieren. Die Nutzer profitieren davon, weil sie mehr fĂĽr sie relevante Anzeigen finden, wenn sie bei Google suchen.”

Selbstverständlich bleibt jedem Unternehmen die Möglichkeit, Beschwerde bei Google einzulegen, wenn ein anderes Unternehmen auf die eigene Marke bucht und dadurch mit seiner Anzeige die User verwirrt in dem beispielsweise die Landing Page den Eindruck erweckt, sie wäre die Webseite des Markeninhabers und der User könne auf dieser Seite diese Markenprodukte kaufen.

In anderen Ländern ist das bieten auf Brands von Konkurrenten übrigens schon länger erlaubt. In Kanada und den USA seit 2004, in UK seit 2008 und letztes Jahr kamen noch viele weitere Länder hinzu. Die Liste aller Länder gibt es hier: Google AdWords Hilfe.

Das heiĂźt jetzt natĂĽrlich nicht, dass jeder zĂĽgellos Brand Bidding machen kann ;-)

Die neue Richtlinie gilt in Deutschland ab dem 14. September 2010.


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Preisvergleiche und Google Shopping

Ich behaupte, dass es Preisvergleiche in den nächsten Jahren schwer haben werden ihre aktuellen, guten Platzierungen bei Google zu halten. Warum? Weil es zum einen mittlerweile sehr viele Vergleichsseiten gibt, zum anderen alle irgendwie gleich sind und weil Google immer mehr eigene Shoppingangebote in den Suchergebnissen ausliefern wird.

Als das Web 2.0 mit seinem User Generated Content (UGC) kam, war das alles noch neu für uns und gern gesehen. Mittlerweile gibt es so viel davon, jeder schreibt irgendwas und teilweise weiß man gar nicht wer dahinter steckt – User oder der Anbieter selbst -, dass es in meinen Augen schon eine Überflutung dieser Angebote und Rezensionen ist.

Bevor die Preisvergleiche so gerankt haben wie es jetzt der Fall ist, hatte Google unglaublich viele ebay-Seiten bzw. Seiten von eBay-Verkäufern ausgeliefert. Das hörte auf, als die Preisvergleiche am Start waren und dazu UGC lieferten. Das hatte den Vergleichern einen unglaublichen Schub verschafft und es machte auch echt Spaß über diese Seiten zu surfen. Dennoch denke ich, dass sie es in den nächsten Jahren allein schon wegen Google Shopping und dem starken Wettbewerb schwer haben werden.

Ich finde gute Preisvergleichsseiten super, keine Frage! Und ich ziehe meinen Hut vor denen, die damit ein richtig tolles Business aufgebaut haben. Aber ich glaube, dass es trotzdem ein harter Wettbewerb wird, wenn sich diese nur auf ihr aktuelles Ranking verlassen und sich in Zukunft nicht als Marke bei den Usern einbrennen und nicht auf die Universal Search optimieren.

Es gibt Vergleicher, die kennt man einfach, deren Namen hat man im Kopf. Auf die geht man primär direkt und nicht über Google bzw. klickt eher auf sie auch wenn sie statt auf 1 auf 4 ranken weil man sie kennt und darauf vertraut. Aber all die anderen, deren Namen man nicht im Kopf hat und auf diese man zufällig rein über Google kommt, werden sich etwas einfallen lassen müssen. Google wird mit seinem eigenen Shoppingangebot auf jeden Fall noch mehr Gas geben. Deshalb sagt Google ja auch immer öfter wie wichtig es für Anbieter ist, die Produktdaten ihrer Online-Shops in Google Base hochzuladen. Ich kann das jedem Shopbetreiber nur empfehlen. Wer hier nicht mitzieht, wird die Auswirkungen dann spüren.

Vielleicht liegt ich auch komplett daneben, wir werden sehen.


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