Personalisierung und Authority

Wieder mal mein altes Lieblingsthema, die Personalisierung. Ich habe in der letzten Zeit ein paar Tests gemacht, deren Ergebnis ich euch nicht vorenthalten möchte.

Die personalisierten Suchergebnisse bekommen von mir ja schon lange eine hohe Aufmerksamkeit. Und was mich hier immer gestört hat war der Gedanke, dass diese Darstellung der Suchergebnisse im Grunde immer schwerer einzuschätzen ist, weil gerade u. a. durch die Social Signals hier viel Individualität in den SERPs steckt, die man einfach schwer monitoren oder messen kann. In meinen letzten Posts dazu habe ich geschrieben, dass der Fokus durch die Personalisierung nicht mehr unbedingt auf Platz 1 liegen kann/muss, weil sich die Ergebnisse userabhängig verschieben. “Rule the SERPs” hatte ich da geschrieben.

Das soll man ja auch weiterhin! Aber mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass Platz 1 und 2 so gut wie immer gleich bleiben, egal ob die SERPs personalisiert sind oder nicht. Es gibt erst bei Platz 3 und darunter Verschiebungen und zwar hängen die davon ab, WER hier ‘nen +1 gibt. In je mehr Circles ein Google+ Nutzer ist, desto höher ist sein Ansehen was solche Empfehlungen angeht. Hier entsteht dann auch die Verbindung zum Authority Rank, über den wir ja seit einiger Zeit schon reden.

Ich habe weiterhin in den Tests festgestellt, dass ein Suchergebnis, das von vielen geplussed wurde, dennoch weiter unten rankt als eines, das nur von jemanden geplussed wurde, der in mehr Circles ist. Das würde bedeuten, nicht die Masse an +1’s kann entscheidend sein, sondern wer hier plussed. +1 ist also nicht gleich +1 (und Backlink ja auch nicht gleich Backlink).

Wenn man mit dem Thema mal ein bisschen rumspielt und testet, kommen da ganz spannende Dinge zum Vorschein. Dennoch ist es interessant, dass die ersten beiden Plätze in den SERPs anscheinend schwieriger zu knacken sind. Und allein mit Social Signals geht das sowieso nicht. SEO ist eben ein bisschen mehr als Social, gell!

Google steht im Socialbereich auch noch am Anfang und sammelt fleißig “Erkenntnisse”, aber dass die Autorität eines Einzelnen nun mehr Gewicht bekommt, macht auch durchaus Sinn. Soziale Profile und Menschen sind eben schwierig zu faken, da ist es schon leichter einen Link zu ergattern. Und das weiß Google schließlich auch. Ich finde das ehrlich gesagt ganz gut, weil wir in der heutigen Zeit nun mal alle social unterwegs sind und gerne untereinander Dinge teilen. Fast jeder ist doch mittlerweile in irgendeinem Social Network. Wer hätte vor 3 Jahren noch gedacht, dass man irgendein paar Zeilen in die Welt postet ohne vorher gefragt zu werden :-D

Search Engine Watch hat zum Thema Author Authority vor kurzem den Artikel 12 SEO Authority Building Tips geschrieben. In dem Post geht’s im Grunde darum, wie man es schafft, einen gewissen Authority Trust zu kriegen. Und die Message ist: regelmäßig aus meinem Bereich tollen Content mit Mehrwert für meine User veröffentlichen. Viele Unternehmen machen das bereits schon ganz gut. Es geht dabei nicht darum, ständig etwas zu veröffentlichen, sondern einfach regelmäßig gute Inhalte aus dem eignen Bereich und passend zum eigenen Angebot kostenlos bereit zu stellen. Da gibt es unglaublich viele Möglichkeiten.

Und dass Google auf Authority steht, seht ihr z. B. auch hier. In der Webmaster Tools-Hilfe beschreibt Google, wie man sich auf seiner Website als Autor ausweisen kann. Dies geht natürlich nur in Verbindung mit einem Google+ Profil – what else ;-)

Fazit des Ganzen:

1. Die Autorität eines Einzelnen bekommt immer mehr Gewicht. Google bewertet den Menschen und seinen Social Circle dahinter und setzt dadurch eine gewisse Vertrauenswürdigkeit Anderer in denjenigen voraus.

2. Links bleiben natürlich weiterhin wichtig. Sie sind bis heute viel zu mächtig, als dass Google sie einfach so entwerten würde. Der richtige Mix aus allem macht’s. SEO ist so umfangreich und großartig, das kann man nicht auf solch einzelne Dinge reduzieren.

3. Eine Seite muss im Web leben. Be fresh, be real, but not spammy. Kontinuierlich gute (aktuelle) Inhalte zu veröffentlichen ist einfach eine tolle Sache –> nämlich für den User! Viele denken immer noch, sie optimieren Ihre Website für Google. Aber Google kauft nicht dein Produkt oder shared deine Inhalte, das machen die User! Das sollte man nicht vergessen.

p.s. so gern ich würde, aber ich hoffe ihr versteht, dass ich die ganzen Screenshots dazu hier nicht alle posten kann, das würde den Artikel sprengen :?

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Oder hinterlasse mir einen Blogkommentar:

  1. #1 von Silke am 14. Dezember 2011 - 14:05

    Interessantes Ergebnis. Das zeigt wie wichtig der Trust weiterhin ist. Frage mich inwiefern Backlinks in Zukunft noch Gewicht haben… Bin auf jede Fall froh, dass es zu den Links auch endlich mal realistische Alternativen gibt.

    Grüsse aus Köln

  2. #2 von Fred am 20. Dezember 2011 - 15:20

    Ob das realistische Alternativen sind wage Ich zu bezweifeln. Da gibt es bestimmt schnell einen lebendigen Handel an Angeboten zum Plussen von Websites.

  3. #3 von Andreas Wander am 26. März 2012 - 20:57

    Guter Artikel. Ich glaube, dass es zwar auf der einen Seite eine höhere Bewertung der Social Signals geben wird, auf der anderen Seite die Backlinks weiterhin bestand haben werden. Demnach wäre die Athority aus dem Social Media eine “neue” Komponente.

  4. #4 von Lars am 14. Januar 2015 - 00:26

    “Andreas Wander”.. sehe ich genau so. Backlinks werden sicherlich auch in der Zukunft eine große Rolle spielen. Sozial Links sind mittlerweile auch wichtig, jedoch auch gut manipulierbar. Das weiß natürlich Google und darum wird es nicht zu viel Gewicht bekommen.

  5. #5 von jasa seo am 7. März 2015 - 04:45

    thanks for sharing

  6. #6 von SEO-Head am 11. März 2015 - 23:52

    Backlinks sind und bleiben immer einer der wichtigsten Rankingfaktoren.
    Das ganze Soziale steigt aber auch immer mehr. Schließlich sind das wie Backlinks auch nur Empfehlungen.

  7. #7 von Stephan am 15. Juli 2015 - 10:56

    Ich findes es gut, dass du nochmal klar gemacht hast, für wen eine Seite ins Leben gerufen wird, nämlich nicht für Google, sondern für die, die im Netz surfen.

    Was die Social Signals angeht, finde ich es gruselig. Nicht nur, der Content zählt, sondern, dass dieser mit einem Menschen in Verbindung gebracht werden kann. Somit werden wir tiefer in die Informationswelt hineingezogen und verlieren noch mehr unsere persönliche Anonymität. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich gut finde, ich weiß aber, dass ich mich dem wahrscheinlich nicht entziehen werden kann…

  8. #8 von Marge am 15. Juli 2015 - 15:08

    Wirklich ein interessantes Ergebnis, hätte ich so nicht mit gerechnet. Bisher war mir das Thema aber auch gänzlich unbekannt

  9. #9 von Jan am 28. Juli 2015 - 16:24

    Vielen Dank!

  10. #10 von Ralf am 17. Mai 2016 - 14:19

    Ich halte es auch für richtig, dass der Nutzer Mehrwert erhält und nicht die Robots.
    Eine Seite sollte ja grundsätzlich immer Mehrwerte bieten. Was bringt es dem Nutzer, wenn er unter den ersten 10 Suchergebnissen nicht die Lösung für sein Problem findet, sondern überoptimierte Seiten ohne Mehrwert?

(wird nicht veröffentlicht)