Livebericht von der MediaBudget zu Social Media Marketing

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Direkt gegenüber von unserem Stand ist das W&V-Forum mit einer aktuellen Diskussion über “Web 2.0 – Hype oder echte Marketing-Alternative?”. Der Moderator dazu ist Raoul Fischer (Chefredakteur der acquisa).

Im Forum diskutieren mit ihm:

· Dr. Adrian Weser
(Leiter Research und Media Marketing der Bauer Media KG)

· Oliver Busch
(Geschäftsführer Deutschland der ad pepper media GmbH)

· Bernd Stieber
(Vorstand Zieltraffic AG)

· und mein Kollege Heiko Eckert
(Strategic Consultant bei bigmouthmedia GmbH)

Die erste Frage in der Diskussion: Wie kalkulierbar ist Werbung im Social Web?

Herr Stieber ist diesbezüglich eher abgeneigter Ansicht und hätte vorher gern Erfolgsbeispiele des Social Media Marketing (SMM), bevor er dies aktiv angeht. Er sieht derzeit kein wirkliches Potenzial und beruft sich auf eine Unterhaltung mit seiner Nichte, die ihm sagte, sie ziehe andere offline Medien dem Social Web vor.

* Als nächstes fragt der Moderator, wie effizient z. B. Youtube noch ist, ob TV als Werbemedium bereits out ist und wie Unternehmen ihre Zielgruppe online wie offline am besten erreichen können.

Lt. Bernd Stieber sind Social Media Netzwerke eher nüchtern zu betrachten und nicht unbedingt beliebt in der Entscheidungsfindung bei Jugendlichen. Er sieht im Social Media Marketing kein richtiges Potenzial für Unternehmen, im Web in einen proaktiven Dialog mit der Zielgruppe treten zu können oder Reichweite zu erzielen.

Daraufhin ergreift Herr Dr. Weser das Wort und spricht über eine Marktforschungsstudie, die sich mit der Wirkung des TV auf Jugendliche beschäftigt und diese in den Vergleich mit Werbung im Web analysiert. Das Ergebnis ist: das Internet wird bei der Zielgruppe “Jugendliche” in Zukunft über TV und Print dominieren.
- Meiner Meinung nach tut es das bereits schon.

* Neuer Punkt in der Diskussion: User. Und welchen User erreiche ich wo? Mit anschließender Frage an das Publikum, wer alles ein Profil in einer Community im Web hat (wie Xing, MySpace etc.). Die Mehrheit hebt die Hand.

Auf die Frage von Herrn Busch, wer dieser Leute auch aktiv Content einstellt, melden sie wiederum sehr wenige.

Heiko Eckert spricht dazu eine Studie an, die ergab, Zitat: “20 % der User produzieren 80 % des Content.”
- Eine interessante Aussage, regt zum Nachdenken an (und das sage ich nicht, weil er mein Arbeitskollege ist).

Raoul Fischer bezieht sich nun auf eine Studie (ohne Quellenangabe) die besagt, dass sich 14 bis 29 Jährige immer weniger für das aktuelle Tagesgesehen und gesellschaftlich relevante Werte interessieren. Dafür aber immer mehr für persönliche Werte wie Beruf, persönliche Entwicklung und Networking.

* Ein weiterer Diskussionspunkt ist semantisches Targeting. Wie gut lässt sich Social Media Marketing planen, wieviel Bedeutung hat Run of Network? Relevant für Unternehmen ist hier – und da sind sich die Referenten einig – die Zielgruppe im Web 2.0 genau zu definieren, entsprechende Social Networks ausfindig zu machen und dann in den direkten Dialog mit der Zielgruppe zu treten.
- Quasi Monitoring, Analyse, Aktion.

* Und zum Schluss die Frage: Ist das Web 2.0 eine echte Marketing-Alternative?

Herr Bosch: “Es ist eine Marketingoption, die Zielgruppe zu erreichen. Wenn man es schafft, erfolgreiche Werbung im Web 2.0 zu platzieren ist das gut, ansonsten hat es keine Marktberechtigung.”

Herr Stieber sagt: “Abverkaufsziele, Brandingziele und den richtigen Mediamix wählen ist wichtig. Ich kann nicht pauschal sagen, Web 2.0 ist Pflicht.”

Heiko Eckert: “Werbetreibende müssen lernen, im Web 2.0 gezielt die Zielgruppe anzusprechen und mit vernünftigen Budgets zu planen.”

Herr Dr. Weser mit seinem Schlusswort: “Für Verlagshäuser spielen die Web 2.0-Bestandteile eine wichtige Rolle und sind eine wichtige Ergänzung zum Print, wenn man es richtig macht. Es geht darum, die User kennenzulernen, sie mitzunehmen und ihnen interessante Angebote zu machen.”

Und hier endet die Diskussionsrunde und lässt ein klares Bild zurück:

1. Herr Stieber, der vom Social Media Marketing nicht überzeugt ist, kein wirkliches Potenzial sieht und gerne erst mal Erfolgsbeispiele und Beweise sehen möchte, bevor Social Media Marketing für ihn aktiv in Frage kommt.

2. Oliver Bosch, der als Geschäftsführer von ad pepper performanceorientiert denkt und Social Media Marketing als eine Option sieht, diesem jedoch vorerst nicht zu viel Aufmerksamkeit widmen möchte.
- Was ich bei einem Affliatenetzwerk wie ad pepper aber auch durchaus nachvollziehen kann.

3. Dr. Weser, ein Experte im Printbereich, sehr offen für Online Medien und durchaus überzeugend was eine gesunde Kombination von Offline und Online angeht.

Und Heiko Eckert. Eine Experte im Bereich Social Media, sowie auch leidenschaftlicher Blogger, der dem Publikum das Potenzial von Social Media Marketing gut vermitteln konnte.

Von meiner Seite aus auch ein Lob an den Moderator, es war sehr angenehm die Diskussion zu verfolgen.

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Oder hinterlasse mir einen Blogkommentar:

  1. #1 von Lestarte am 15. Juli 2008 - 22:53

    Klingt spannend, und gut, dass es mehrere Meinungen gab – gute Diskussionsgrundlage.
    Aber ich vermisse noch einen iPhone 3G-Bericht ;)

    LG,
    Olli

  2. #2 von admin am 16. Juli 2008 - 15:28

    Ob du´s glaubst oder nicht, an dem schreibe ich gerade :-)

(wird nicht veröffentlicht)