Wer braucht ein Impressum und was muss drin stehen?

In Deutschland gilt die Impressumspflicht. Auf jeden Fall auf Webseiten, die nicht ausschließlich privaten Zwecken dienen. Wenn das Impressum nicht vorhanden oder fehlerhaft ist, kann man eine Abmahnung bekommen. Aber wer genau braucht ein Impressum und was muss dort alles rein?

Nach Angaben des Bundesministeriums der Justiz brauchen alle Unternehmen, die Waren und Dienste im Internet anbieten, ein Impressum.

Grundlage ist hier das Telemediengesetz (TMG). Der Begriff Telemedien umfasst alle Informations- und Kommunikationsdienste, die nicht zur Telekommunikation oder zum Rundfunk gehören. So ist quasi jeder Online-Auftritt ein Telemedium. Lt. diesem Gesetz müssen Unternehmen/Dienstleister, auch genannt Telemedienanbieter, bestimmte Kennzeichnungspflichten auf Ihrer Website angeben, welche primär dem Verbraucherschutz dienen sollen. Genau genommen geht es hier um Informationen, die von Unternehmen bereits seit Jahren auch auf Geschäftsbriefen angegeben werden. Diese Infos müssen auch im elektronischen Geschäftsverkehr aufgeführt werden. Denn dadurch sind User bzw. Kunden in der Lage, ein Unternehmen auf seine Seriosität zu überprüfen und sich ein Bild zu machen, bevor sie dessen Dienste in Anspruch nehmen. Auf der anderen Seite können so auch Unter-nehmen wichtige Informationen über ihre Geschäftspartner bekommen.

Diese Kennzeichnungen sind teilweise sehr umfangreich und juristisch und werden deshalb als Impressum ausgelagert, müssen aber von jeder einzelnen Seite der Website unmittelbar (also mit einem Klick) und jederzeit erreichbar sein. Wer seine Kennzeichnungspflicht nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechend erfüllt, handelt lt. Gesetz ordnungswidrig und kann eine Geldstrafe bis zu 50.000 Euro bekommen. Darüber hinaus begeht man lt. dem Bundesministerium für Justiz einen Wettbewerbsverstoß, der zu Ansprüchen auf Unterlassung mit kostenpflichtigen Abmahnungen führt.

Was muss im Impressum stehen?
Der § 5 Absatz 1 TMG enthält 7 Punkte mit Pflichtangaben, von denen Unternehmen unterschiedlich betroffen sind. Die Angaben aus den Punkten 1 und 2 muss jeder machen, hängen aber auch davon ab, ob es sich um eine natürliche oder juristische Person (z. B. GmbH) handelt:

Basisangaben für natürliche Personen
- Familienname
- Vornamen (mindestens ein Vorname muss ausgeschrieben sein)
- vollständige Postanschrift (Straße, Hausnr., PLZ und Ort – kein Postfach!)
- Kontaktinformationen (E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Kontaktformular)

Basisangaben für juristische Personen
- Firmenname (vollständig ausgeschrieben)
- Vertretungsberechtigter (gesetzlicher oder rechtsgeschäftlicher Vertreter)
- Kontaktinformationen (E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Kontaktformular)

Die Angaben aus den Punkten 3 bis 7 muss nur der Anbieter machen, der zu der jeweils dort angesprochenen Personengruppe gehört:

Dann gibt es auch noch zusätzliche Pflichtangaben für bestimmte Gruppen wie z. B. die Gastronomie, Makler, Versicherungen, Architekten und weitere, sind aber zu viele, um sie hier einzeln aufzuschreiben.

Alle Infos zum Thema Impressum gibt es im Leitfaden zur Impressumspflicht beim Bundesministerium der Justiz.

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Oder hinterlasse mir einen Blogkommentar:

  1. #1 von Webdesigner Düsseldorf am 26. Mai 2012 - 09:31

    Wie sieht es mit der UstID aus?
    Ist dies bei juristische Personen freiwillig angegeben oder ist das verpflichtend?

  2. #2 von Julianderchatter am 17. Juni 2013 - 11:41

    Ich finde diese Abmahngesellschaft in Deutschland schon ziemlich lächerlich, man möchte aus den armen online Bloggern wo es nur geht Geld herauspressen, obwohl der meiste “Schaden” schnell beseitigt werden könnte. Nunja das beste draus machen :-)

  3. #3 von Aberrahmane am 21. August 2013 - 14:50

    Wirklich lächerlich, wie manche Abmahnanwälte mit sowas ihr Geld verdienen. Hauptsache Kohle machen…

  4. #4 von Maraike am 5. November 2015 - 14:58

    Das ist echt der wahnsinn…

(wird nicht veröffentlicht)