Plattformen und Clouds sind ein fester Bestandteil des digitalen Zeitalters und der Umstieg auf eine Cloud ein logischer Schritt in der digitalen Transformation.

Es stellt sich für Unternehmen aber auch die Frage, welche Art von Cloud sie wollen. Ihre eigene oder die eines Drittanbieters wie Amazon, Accenture, IBM & Co. Was macht Sinn? Was ist sicher?

Der Umfang und Maßstab spielen hierbei natürlich eine wichtige Rolle, sowie die Ressourcen, aber auch Vertrauen. Vertrauen wir Amazon & Co.? Haben wir die Kapazitäten eine eigene Cloud auf die Beine zu stellen und sicher zu managen? Können wir uns das überhaupt leisten? Oder nutzen wir für sehr sensible Daten eine Eigene und für andere eine Externe? Ganz normale Fragen.

Wie würde ich vorgehen?

Zunächst schaue ich welche Art von Daten in meine Cloud müssen und beantworte mir die Frage, um welche Daten es sich überhaupt handelt, wie groß der Umfang aktuell ist und wie er in Zukunft sein wird.

Als nächsten Schritt prüfe ich Systeme und verschaffe mir einen Überblick über die Anbieter. Data Security, Volumina, Partner der Anbieter, Hostingstandorte, Zuverlässigkeit, Konditionen, um nur ein paar Themen zu nennen.

Was mache ich dann mit all den recherchierten Infos? Spreche ich mit einem Supportmitarbeiter der Drittanbieter? Bekomme ich Einblick in das System, das ich nutzen und für das ich zahlen werde und mit das Wertvollste meines Unternehmens hochladen werde – meine Daten? Ich habe neulich einen Artikel in der FAZ gelesen, in dem es um Vertrauen geht. Wem vertrauen wir in Wirtschaft, Digitalisierung und Politik? Es ist nicht immer alles so ganz klar, zumindest mir nicht, oder es kommen irgendwelche Machenschaften von Unternehmen ans Licht. Als Unternehmen das Vertrauen der Kunden zu verlieren, ist fatal. Als Unternehmen das Vertrauen der Kunden zu haben, bedeutet Wachstum.

Vertraue ich also einem Cloudanbieter und wenn ja, warum? Weil das Unternehmen weltweit bekannt ist? Weil viele Andere, vielleicht auch meine Mitbewerber, schon mit diesem arbeiten? Es ist einfacher eine bereits vorhandene und entwickelte Cloudlösung zu nutzen. Und wenn’s uns erwischt, erwischt es auch Andere. Ich lege also meine Daten in die Hände eines Drittanbieters, weil ich diesem vertraue und/oder weil ich selbst gerade nicht in der Lage bin ein eigenes System auf die Beine zu stellen. Es ist ähnlich wie die Frage: ein fertiges Haus kaufen oder es selber bauen?

Ich persönlich mag lieber fertige Häuser, bin aber auch ein Fan von eigenen Cloudsystemen, da die Unternehmensdaten so in der eigenen Hand sind und man selbst die Kontrolle darüber hat. Auch kann das Unternehmen selbst seine eigene Cloud weiterentwickeln und ausbauen, kann Kooperationen eingehen und sein eigenes digitales Ökosystem schaffen und orchestrieren. Leader eines eigenen Ökosystems zu sein, die passende Komplementoren enthalten, schaffen Wert für alle Parteien, der sonst gar nicht möglich gewesen wäre.

Verbesserte Sicherheit ist für Unternehmen heute einer der drei wichtigsten Punkte für eine Migration in die Cloud. Lt. einer internationalen Umfrage (Pdf) von IDG Reaserach und Accenture sehen mehr als 75% der befragten Unternehmen drei oder mehr geschäftliche Vorteile einer öffentlichen (=Drittanbieter) Cloud und vertrauen darauf, dass cloudbasierte Daten dort sicher sind.

Klar ist, eine Cloud bietet Unternehmen enorme Chancen: Monetarisierung von Daten, Steigerung betrieblicher Effizienz, Skalierung, Zuverlässigkeit und Business-Kooperationen, sowie mehr und verbesserte Innovation. Am Ende ist die Frage, ist mein Unternehmen in punkto Cloud Leader oder Follower. Beide Rollen bieten Mehrwert.

Als Leader haben Sie die Relvanz erkannt etwas in Ihrem Unternehmen zu ändern und wollen dies aktiv tun. Um diesen Schritt zu gehen und erfoglreich zu sein, kooperieren Sie mit anderen Unternehmen und schaffen ein neues Ökosystem, das Sie leiten und führen. Sie haben in dieser Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern die Kontrolle und geben die Richtung, Richtung vor, denen die hier beteiligten Partner folgen. In meinem Blogartikel „Orchestrator eines Ökosystems“ gehe ich näher auf die Aufgabe und Rolle des Leaders ein.

Als Follower sind Sie passiv in dieser Kooperation. Hier gilt es in erster Linie zu lernen. Die Folower-Rolle ist dabei jedoch nicht weniger wichtig. Sie kennen Ihre Kernstärke und ermöglichen den Anderen sich mit Ihnen zu verbinden, um einen Wert in diesem Ökosystem zu schaffen, der größer ist, als dies für alle beteiligten Partner allein möglich wäre.

So gibt es Unternehmen, die in Ökosystem A Leader sind und in Ökosystem B Follower.

Im Fall eines eigenen Cloud-Systems sind Sie der Leader und holen dafür Kooperationspartner mit dazu, um Ihr System nachhaltig stark aufzubauen und weiterzuentwickeln. Dafür brauchen Sie entsprechende Ressourcen, Manpower und Budget. Auch Bereiche wie Datensicherheit spielen, gerade in Deutschland, eine sehr wichtige Rolle.

Sollten Sie sich für eine Public Cloud entscheiden, ist Ihre Rolle die des Kunden. Die Abhängigkeit an den Anbieter ersetzt Ressourcen, Manpower und Kostenumfang.

Vorteile einer eigenen Cloud:

  • Kontrolle (Hardware, Daten, Kosten, Risiken)
  • Mehr Sicherheit (z. B firmeneigene Firewall)
  • Innovationskraft
  • Unabhängigkeit
  • Auf eigene Bedürfnisse zugeschnitten

Vorteile einer Public Cloud:

  • Schnelleres Setup
  • Geringere Kosten (keine Hardware, Instandhaltung, Weiterentwicklung)
  • Weniger Verantwortung
  • Schnellerer Zugang zu neusten Technologien (Hardware und Software)
  • Patizipieren in einem großen Ökosystem

Letzten Endes hängt die Entscheidung für oder gegen eine Public oder Private Cloud von dem Umfang und Zielen des eigenen Unternehmens ab. Wo stehen wir jetzt und wollen wir hin? Ist es den Aufwand wert oder fokussieren wir uns auf unser Kerngeschäft? Können wir selbst ein Ökosystem mit Partnern aufbauen und langfristig führen?

Hybrid Cloud System als Alternative

Ein weiteres denkbares Modell wäre eine hybride Lösung, ein Mix aus Public und Private Cloud. Das ermöglicht Einem auf der einen Seite eine Public Cloud zu testen sowie Erfahrung zu sammeln und bietet auf der anderen Seite Zeit, eine Private Cloud zu entwickeln. Als Unternehmen nimmt man so parallel zwei Rollen ein: Leader und Follower. Es kann sich lohnen weniger sensible Daten in eine Public Cloud auszulagern und erst mal nur für bestimmte Daten eine eigene Cloud aufzubauen. Das spart Ressourcen und bietet dennoch Skalierbarkeit. An zwei Cloud-Ökosystemen gleichzeitig zu partizipieren bringt außerdem Know-how für beide Cloudbereiche und nimmt den Druck etwas raus. Ich empfehle hier trotzdem einen Stufen- und Zeitplan für das eigene Cloud-Projekt zu entwerfen und sich daran zu halten, sowie ein eigenes Team dafür aufzubauen. Denn die Nutzung einer Public Cloud kann dazu verführen das eigene Vorhaben schleifen zu lassen.